• Sandra

Die Macht der Gewohnheit...

Aktualisiert: 27. März 2021




„Wenn ein Mensch sich seiner Gewohnheiten bewusst ist, ihrer positiven und negativen Auswirkungen und wie sein Verhalten gegenüber anderen Lebewesen ist, dann wird er niemals von Leid betroffen sein.“

(Vagbhta Ashtanga Hrdaya, Sutrasthana 2.47)



Wie dieses Zitat beschreibt, haben unsere Gewohnheiten positive und negative Auswirkungen auf uns, unsere Gesundheit, auf unsere Zeit, unser Umfeld, unseren Kontostand, …


Sind wir uns diesen Auswirkungen überhaupt bewusst?

Oder handeln wir einfach nur so drauf los, ohne uns Gedanken darüber zu machen?

Die „Man macht es halt so, weil man es halt nur so kennt“ – Devise lässt kaum oder gar keinen Raum für Positive Veränderung, Verbesserung, Gesundheit.


Im Zitat geht es gleichzeitig um das Bewusstsein, ich spüre, mir tut etwas gut oder ein negatives Gefühl besteht. Ich nehme wahr welchen Gemütszustand mein Handeln in mir auslöst. Und genau um dieses Bewusstsein geht es hier!


Wovon genau spreche ich denn hier gerade?


Essgewohnheiten wie z.B. das kalte Getränk zum Essen, die falschen Lebensmittel, viel Kaffee, Zucker, ungeeignete Nahrungsmittelkombinationen, in stressigen Zeiten auf Mahlzeiten verzichten, Energiedrinks, scharfe Speisen oder auch zu viel Alkohol, Bewegungsmangel, Rauchen, Süßigkeiten, Chips und Co.





Ein extrem Beispiel: Du kommst von der Arbeit, hungrig und kaputt zugleich, gehst in die Küche und stillst deinen Hunger mit einer Hand voll Süßigkeiten.

Anschließend „gönnst“ Du Dir ein Glas kalte Cola aus dem Kühlschrank.

Wie fühlst Du dich danach? Erstmal wird dein Bedürfnis nach Hunger kurz und minimal gestillt sein, aber wirklich gut wirst Du dich danach nicht fühlen.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Dir sogar übel davon.


Gewohnheiten zu verändern ist immer eine schwierige Aufgabe. Sie fällt den Menschen am leichtesten, sobald sie eine gute Motivation haben und das dringende Bedürfnis spüren, etwas zu verändern und sich mit Interesse darauf einlassen. Veränderungen sind dann erfolgreich, wenn sie zu einer neuen, positiven Erfahrung führen.

Und diese neue positive Erfahrung möchte ich Dir aufzeigen:


Das Gute ist, Gewohnheiten lassen sich verändern / ausgetauschen.


Jede Veränderung braucht Zeit, neue Gewohnheiten sollten langsam und schrittweise aufgebaut werden, damit sie von Dauer sind und zu Gleichgewicht und Wohlbefinden führen.



Im Ayurveda wird ein Zeitplan für die Veränderung der Gewohnheiten vorgeschlagen, der sicher für viele Situationen etwas zu kurz ist, da die Veränderung innerhalb von 7 Tagen geschafft werden soll. Dieses Beispiel soll im Groben beschreiben, wie eine Veränderung aussehen könnte. Die 7 Tage sind nicht wörtlich zu nehmen, sie sind nur ein Beispiel dafür wie eine positive Veränderung aussehen kann.




Der Zeitplan im Überblick:




  • Am 1. Tag wird die ungesunde Gewohnheit zu einem Viertel aufgegeben und zu drei Vierteln beibehalten. Das hieße zum Beispiel, statt 20 Zigaretten nur noch 15 zu rauchen. Gleichzeitig wird ein Viertel einer guten Gewohnheit aufgenommen. Das könnte zum Beispiel eine Viertelstunde Walken sein.


  • Am 2. Tag wird die ungesunde Gewohnheit zur Hälfte aufgegeben und die gesunde Gewohnheit zur Hälfte durchgeführt. Das könnte im Fall des Beispiels Sport statt Rauchen bedeuten, zehn Zigaretten zu rauchen und eine halbe Stunde Sport zu machen.


  • Am 3. Tag wird das Schema des zweiten Tages beibehalten.


  • Am 4. Tag wird die ungesunde Gewohnheit zu drei Vierteln aufgegeben und die gesunde zu drei Vierteln aufgenommen. Das heißt im Beispiel fünf Zigaretten und eine dreiviertel Stunde Sport.


  • Am 5. und 6. Tag wird das Schema des vierten Tages beibehalten.


  • Am 7. Tag wird die ungesunde Gewohnheit dann vollständig aufgegeben und die neue Gewohnheit vollständig übernommen. Also keine Zigaretten mehr und eine Stunde Sport am Tag. Dieser Zeitplan lässt sich sicher nicht immer in der vorgestellten Form umsetzen.




Es ist ein Beispiel dafür, dass es möglich ist, auf gesunde Art und Weise Gewohnheiten auszutauschen. Verbote haben hier nichts zu suchen!

Ein Verbot oder Verzicht schadet und fördert in keiner Weise die Gesundheit.

Denn ein Verlangen entsteht durch ein Bedürfnis. Der Körper verlangt etwas.